„VW macht wieder einen Fehler“

Ein Ladestecker in einer Stromtankstelle des Volkswagen-Werks in Wolfsburg steckt in einem Hybrid-Golf GTE.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Ein Ladestecker in einer Stromtankstelle des Volkswagen-Werks in Wolfsburg steckt in einem Hybrid-Golf GTE. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Berlin  Zu „Elektro-Autos machen Netzausbau teurer“ vom 15. April:

VW hat mit dem Diesel-Skandal einen großen Fehler gemacht und ist nun dabei, einen weiteren Fehler zu begehen – durch die Konzentration auf reine E-Autos. Das Laden der Akkus wird kaum unter 60 Minuten erreicht werden können. Es gibt meiner Meinung nach nur eine plausible Lösung: Hybrid-Autos. Mit den Akkus wird so lange gefahren, bis sie ein Leistungsminimum erreicht haben. Dann wird dem Fahrer dies angezeigt und er schaltet auf herkömmlichen Benzin- oder Diesel-Antrieb um. Gleichzeitig setzt die Aufladung der Akkus ein – und zwar solange, bis sie voll geladen sind. Dies wird dem Fahrer angezeigt, und er kann wieder umschalten auf E-Antrieb. Das setzt sich so fort, bis Sprit getankt werden muss. E-Ladestationen werden nur im Notfall benötigt.

Dieter Steffens, Salzgitter

Wo ich mein Auto lade, kaufe ich auch ein

Zum selben Thema:

Mit der über zweijährigen Erfahrung mit einem Plug-in-Fahrzeug, das überwiegend mit Solarstrom vom eigenen Dach geladen wird, hat man oft die Wunschvorstellung von der technischen Möglichkeit, dass auf allen Parkplätzen das Auto induktiv aufgeladen werden kann. Hallo Geschäftsleute: Da, wo ich mein Auto aufladen kann, kaufe ich natürlich auch ein.

Bestimmt ist es noch eine Übergangstechnik – doch gerade bei Sturm, (Un-)Wetter, Schnee und Eis entfiele das bisweilen lästige Gefummele mit den Kabeln, und es wäre so viel bequemer.

Doch halt! Wo bleibt hier für die Stromversorger die Möglichkeit, dass sich die Investition in diese Technik kaufmännisch nicht nur amortisiert, sondern dass man damit richtig Geld verdienen kann?

Es müsste klar sein, dass man mit dem Kauf und Betreiben eines solchen Autos die Stromversorgung im Auge haben muss. Woher kommt der Strom für meine E-Kiste?

Mieter, die keine Möglichkeit zur Installation von Solarstromanlagen haben, könnten sich an dezentralen Energiegemeinschaften beteiligen, die umweltfreundlich Strom erzeugen. Mutig sein: Drei, am besten fünf Ladesäulen nebeneinander installieren.

Lutz Wedel, Groß Elbe

Die wahren Kosten sollen vertuscht werden

Ebenfalls dazu:

Ich habe bisher angenommen, dass wir in Deutschland eine Volkswirtschaft haben, welche nach marktwirtschaftlichen und nicht nach kommunistischen,

planwirtschaftlichen Regeln funktioniert. In einer Marktwirtschaft gilt grundsätzlich, dass die Nutzer eines Produktes oder einer Dienstleistung immer die Kosten

für die erbrachte Leistung tragen. So finanzieren etwa Autofahrer über einen Aufschlag in den Spritpreisen die laufenden Betriebskosten des Tankstellennetzes. Nun sollen die Stromkunden, dazu zählen völlig unbeteiligte Haushalte, welche unter Umständen gar kein Auto besitzen, über den Strompreis den anfänglichen Ausbau des Netzes für die E-Autos bezahlen. „Ja geht’s denn noch“, Herr Minister Lies? Die genannten anfänglichen Ausbaukosten betragen 30 Milliarden Euro plus 7100 Ladesäulen. Diese Fehlentscheidung der Politiker wird jeder Haushalt jährlich mit rund 85 Euro bitter bezahlen müssen. Trotzdem sagt Herr Minister Lies, „die Kosten seien eine Scheindebatte“. Ganz offensichtlich haben sich die Politiker mal wieder von der E-Lobby einlullen lassen, so dass die wahren Kosten der E-Mobilität vertuscht werden sollen.

Helmut Bömelburg, Salzgitter

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