0:6 - Eintracht fällt in Bielefeld auseinander

Bielefeld  Die Braunschweiger Löwen lassen beim 0:6 alles vermissen, was sie zuletzt so stark gemacht hat.

Was für eine Demütigung! Eintracht Braunschweig hat ausgerechnet auf der Zielgeraden im Aufstiegsrennen zur Fußball-Bundesliga eine krachende Niederlage einstecken müssen. 0:6, noch einmal: 0:6 (0:2) hieß es am Ende bei der abstiegsgefährdeten Arminia aus Bielefeld. Ein unerklärlicher Einbruch, der die Eintracht im Kampf um Platz zwei fast aussichtslos zurückwirft. Immerhin: Rang 3, der die Relegation bringt, ist nach dem Patzer von Union Berlin gegen Heidenheim sicher.

Kampf, Wille, Leidenschaft – das alles hatte die Braunschweiger in den vergangenen Wochen ausgezeichnet. Doch in Bielefeld war davon nichts zu sehen. Die Löwen zeigten einen blutleeren Auftritt, ließen sich von den Gastgebern auf ganzer Linie den Schneid abkaufen. Dabei hatten die Löwen sich so viel vorgenommen.

Sehr offensiv hatte Trainer Torsten Lieberknecht seine Mannschaft aufgestellt. Hinter den beiden Spitzen Christoffer Nyman und Domi Kumbela waren mit Nik Omladic, Jan Hochscheidt und Onel Hernandez drei Mittelfeldspieler positioniert, die ihre Stärken in der Offensive haben. Doch in diesen Bereich kamen die Blau-Gelben kaum. Zwar konnten sie in den ersten Minuten ein klares Eckenplus für sich verbuchen, doch diese Statistik täuschte darüber hinweg, dass die Arminen von Beginn an die sehr viel aktivere und wachere Mannschaft waren. Eintracht fand nie richtig in die Partie und wirkte nach dem frühen Rückstand regelrecht geschockt.

Bereits in dieser Szene kam die ganze Passivität der Braunschweiger zum Ausdruck. Bielefelds Keano Staude ließ an der Außenlinie gleich zwei Eintracht-Spieler wie Jugendliche stehen und passte scharf in die Mitte. Pechvogel Jan Hochscheidt wurde angeschossen und bugsierte den Ball unglücklich ins eigene Tor – Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic war machtlos.

Es hilft auch wenig, wenn man daran denkt, dass Nyman kurz zuvor die große Chance zum 1:0 für die Gäste hatte. Ken Reichel hatte von der Strafraumgrenze abgezogen, und der Schwede musste nur den Fuß hinhalten, war jedoch zu überrascht für einen vernünftigen Abschluss (12.).

Es sollte die einzige gute Möglichkeit der Lieberknecht-Elf bleiben. Mit der Führung und der grandiosen Unterstützung des Publikums im Rücken wurden die Bielefelder immer stärker, warfen sich kompromisslos und mit Leidenschaft in jeden Zweikampf. Eintracht, ebenfalls von 5000 Fans aus Braunschweig unterstützt, konnte da nicht mithalten.

Und auch spielerisch fanden die Löwen kein Mittel, um die Arminen zu knacken. Der Spielaufbau wurde nach dem Motto hoch und weit betrieben und blieb meist in den Ansätzen stecken. In der Defensive fehlte dazu die nötige Konsequenz. So beim 2:0, als die Eintracht bei einer Ecke drei Möglichkeiten verstreichen ließ, die Situation zu klären. Bielefelds Julian Börner sagte danke und erhöhte für die Hausherren (24.).

Lieberknecht musste reagieren und tat es in der Halbzeit. Quirin Moll kam für Mirko Boland, Julius Biada für Onel Hernandez. Besser wurde es nicht. Im Gegenteil. Alles wurde schlimmer. Eintracht fiel – zum ersten Mal in dieser Saison – richtig auseinander. Kaum ein Zweikampf wurde gewonnen, die Bielefelder waren immer einen Schritt schneller. Und spätestens mit dem 3:0 durch Reinhold Yabo (65.) war die Entscheidung gefallen, zumal der Angreifer nur zwei Minuten später den vierten Treffer folgen ließ.

Ab diesem Zeitpunkt ging es für die Eintracht nur noch darum, die Niederlage nicht mehr so hoch ausfallen zu lassen. Doch nicht mal das gelang. Staude erzielte das 5:0, unter halbherzigen Begleitschutz der Braunschweiger Hintermannschaft. „Einer geht noch, einer geht noch rein“, sangen Arminias Fans. Was für eine Demütigung. Spottgesänge von einer Mannschaft, die in einer Woche noch absteigen kann. Aber Yabo hatte noch nicht genug. Er markierte in der 76. Minute seinen dritten Treffer. Eintrachts gutes Torverhältnis, es war dahin.

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